Eigenheimbau planen
  1. Das Budget

  2. Am Anfang steht ein Kassensturz, und das am besten ungeschminkt. Zu klären sind diese Fragen:
    - Welche laufenden Ausgaben bestehen?
    - Welche regelmäßigen und fest kalkulierbaren Einkünfte sind vorhanden?
    - Wie werden sich Ihre Ausgaben künftig entwickeln?
    - Mit welcher Einkommensentwicklung können Sie rechnen?
    - Welche Geldmittel (Aktien, Fond- oder Spareinlagen) sind verfügbar.
    - Können und wollen Sie Eigenleistungen erbringen und wer (Verwandte, Bekannte) hilft noch? In welchem Umfang ist Eigenleistung, also Muskelhyppothek, möglich? (Bitte realistisch!).
    Durch die Beantwortung dieser Fragen läßt sich ein Kostenrahmen entwickeln.
    Partner in dieser Phase kann die Hausbank, ein Finanzierungsberater, aber auch schon eine Hausbaufirma oder ein Architekt sein.

  3. Individuelles Baukonzept erarbeiten

  4. Alle Gedanken und Vorstellungen vom Eigenheim werden vordefiniert und am besten zu Papier gebracht. Letzlich müssen die Wunschvorstellungen und die finanzielle Leistungfähigkeit in Einklang gebracht werden.

  5. Finanzierungssicherstellung

  6. Um die nächsten Schritte zu gehen, sollten Sie auch den Partner für die Finanzierung des Bauvorhabens auswählen. Sie sollten sich den Finanzierungsrahmen bzw. Ihre Bonität bestätigen lassen.
    Bei der Gestaltung des Finanzierungskonzeptes ist zu beachten:
    - Alle anfallenden Kosten müssen berücksichtigt sein.
    - Lassen Sie sich die monatliche Belastung errechnen, auch für den Zeitraum, wo z.B. staatliche Förderungen entfallen.
    - sichere Zusage zur Finanzierung Ihres Bauvorhabens, damit Sie sicher planen können;
    - möglichst Bereitstellungszinsen vermeiden;

  7. Grundstückserwerb

  8. Um ein geeignetes Grundstück zu finden, daß den persönlichen Vorstellungen hinsichtlich Lage, Verkehrsanbindung und Preis entspricht, ist oft ein größerer Zeitraum einzuplanen.
    Möglichkeiten sind: Zeitungsauswertung, Makler abfragen, Makler beauftragen, die eigene Suche.

  9. Vorplanung

  10. Bei der Vorplanung entsteht gedanklich und auch auf Skizzen Ihr Haus: Anzahl der Zimmer und deren Nutzung, ungefähre Größe und Lage Räume. Hier fällt die Entscheidung, mit oder ohne Keller zu bauen sowie über die Bauweise (z.B. massiv). Die Wandbaustoffe werden gewählt sowie Gestaltung der Fassade, Art des Heizsystems, Energie- und Wasser sparende Maßnahmen. Und schließlich wird, da alles Geld kostet, darauf geachtet, daß das Budget nicht gesprengt wird.

  11. Wie soll vorgegangen werden

  12. Sie können Ihr Haus alleine bauen, in einer Baugemeinschaft oder Sie wählen einen Hauptpartner, der die wichtigsten Aufgaben für Sie übernimmt. Das kann eine Hausbaufirma oder ein Architekt sein.

  13. Bauantrag

  14. Wenn alle bisherigen Überlegungen geklärt sind, der Kostenrahmen eingehalten wurde und die Finanzierung des Bauvorhabens gesichert ist, können die Bauantragsunterlagen erstellt und bei der Baubehörde eingereicht werden. Als Bauherr werden Sie hier einiges zu tun haben. Bis zur Erteilung der Baugenehmigung kann die Zeit unter Vorbehalt schon für andere planerische Aufgaben genutzt werden.

  15. Ausführungsplanung

  16. Die Hausbaufirma bzw. der Architekt planen das ganze Bauvorhaben im Detail. Hierzu gehören auch die Arbeiten des Statikers und die Wärmebedarfsplanung. Die Vergabe der einzelnen Gewerke muß ebenso geplant werden wie die Erstellung eines Bauablaufplanes erforderlich wird.

  17. Baustellenvorbereitung

  18. Das Grundstück muß baufrei sein, das heißt eventuell vorhandene Altbebauung, Lauben oder Schuppen müssen rechtzeitig abgerissen sein und entsorgt werden. Die Baustelle muß mit Baustrom und Bauwasser versorgt werden.
    Vor Baubeginn wird das zukünftige Haus bzw. die Baugrube eingemessen. Das Schnurgerüst stellt der Rohbauer auf.
    Nicht zu vergessen ist die Sicherung der Baustelle. Auch sollte der Bauherr neben der Haftpflichtversicherung auch eine Bauwesenversicherung abschließen sowie eine Rohbauversicherung im Vorgriff auf eine spätere Gebäudeversicherung.

  19. Baustellenkontrolle

  20. Der Fortgang der Arbeiten ist stetig zu kontrollieren. Präsenz sollten Bauherr wie Architekt auch zur üblichen Handwerkerarbeitszeit und nicht nur nach Feierabend zeigen. Gemeinsam mit dem Bauleiter können so Probleme erkannt und Abhilfe geschaffen werden. Auftretende Mängel können umgehend gerügt werden. Dabei ist es aber auch wichtig, das festgelegte Verantwortlichkeiten eingehalten werden.
    Baumängel sollten zeitnah beseitigt werden.

  21. Bauabnahme

  22. Es sollte eine förmliche Abnahme der Leistungen erfolgen. Im Ergebnis einer gemeinsamen Begehung und Begutachtung durch die Vertragspartner wird ein Protokoll erstellt.
    Das Abnahmeprotokoll sollte mindestens beinhalten:
    - Datum der Abnahme und anwesende Personen;
    - eine Liste und die fachkundige Dokumentation aller Mängel sowie sämtlicher angemahnter Restarbeiten;
    - Daten zum Beginn und Ablauf der Gewährleistungsfrist, mit dem Hinweis, das dies nicht für noch zu beseitigende Mängel gilt;
    - eventl zu zahlende Vertragsstrafen durch Zeitverzug;
    - die Unterschriften der Vertragsparteien;
    Im Falle wesentlicher Mängel ( und nur dann) kann die Zahlung der Schlußrechnung verweigert werden. Bei unwesentlichen Mängeln muß eine Abnahme erfolgen, es kann aber von der Schlußrechnung der dreifache Betrag der voraussichtlichen Schadensbeseitigungssumme einbehalten werden.
    Die Konsequesenzen der Bauabnahme:
    - Mit dem Datum der Bauabnahme übernimmt der Bauherr voll und ganz die Verantwortung für seine vier Wände.
    - Die Verjährungsfrist beginnt.
    - Die Schlusszahlung wird fällig
    - Die Beweislast kehrt sich um. Ab jetzt muß erst Beweis erbracht werden, das ein Mangel Folge einer unsachgemäß ausgeführten Handwerkerleistung ist.
    - Die Gewährleistungspflicht für Mängel die erst später entdeckt werden bleibt bestehen.