Energiesparverordnung (EnEV)
Die Energiesparverordnung (EnEV) ab 01.Februar 2002.
Sie löste zwei bis dahin geltende Verordnungen, die Wärmeschutz-Verordnung und die Heizungsanlagen-Verordnung, ab.

In Deutschland wird rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs für das Beheizen von Gebäuden aufgebracht. Es ist die größte Einzelaufwendung von Energie. Energiesparende Bauweisen und sparsame Heizsysteme können den Verbrauch deutlich verringern. Energieeinsparung bei der Gebäudenutzung dient nicht nur der Versorgungssicherheit, sondern ist auch ein zentrales Element des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung.

Mit der Energiesparverordnung (EnEV) soll der Heizenergiebedarf von Neubauten um ca. 30 % gegenüber den bisherigen Anforderungen gesenkt werden. Was bisher als Niedrigenergiehausstandard galt, wird zur Regel. Niedrigenergiehäuser benötigen 3 - 7 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr bzw. ein entsprechendes Äquivalent anderer Energieträger. Statt dem Heizwärmebedarf ist nunmehr der Primärenergiebedarf, der für die Gebäudebeheizung und -belüftung sowie für die Trinkwassererwärmung erforderlich ist, wesentliches Kriterium zur Erfüllung der Norm.
Primärenergiebedarf ist die Energiemenge, die zur Deckung des Jahres-Heizenergiebedarfs und des Warmwasserbedarfs nötig ist, unter Berücksichtigung der Energiemenge vorgelagerter Prozeßketten (Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe).

Gegenüber der Wärmeschutzverordnung ist jetzt die einheitliche Betrachtung von Wärmedämm- wie auch anlagentechnische Maßnahmen als Ganzes möglich. In der Praxis bedeutet dies, der Primärenergiebedarf kann in einem weniger gut wärmegedämmten Haus unter dem zulässigen Grenzwert gehalten werden, wenn eine effiziente Heizungsanlagentechnik gewählt wird. Andererseits kann ein sehr gut wärmegedämmtes Haus (geringer Heizwärmebedarf) mit einer weniger aufwendigen Heiztechnik auskommen. Nicht nur zentimeterdicke Dämmungen sondern auch innovative Haustechnik bekommen eine Chance.
Die EnEV bietet also unterschiedliche Möglichkeiten zur Erfüllung der gesetzten Normen. Diese Flexibilität erlaubt die Fortentwicklung auch bisher in Deutschland eingesetzter traditioneller Bauweisen. Der deutlich geringere Energieverbrauch von Gebäuden soll nicht mit Einschränkungen von Architektur und Baukultur verbunden sein.

Für Neubauten wird künftig ein Energiebedarfsausweis vorgeschrieben, der wichtige Informationen zu den energetischen Eigenschaften des Gebäudes enthält.

Altbauten mit schlechter Heizungstechnik verbrauchen im Jahr noch zwischen 18 und 30 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche. Damit liegt ein maßgebliches Energiesparpotential im Gebäudebestand. Die Verordnung soll diese Reserven durch Nachrüstverpflichtungen und bedingte Anforderungen bei ohnehin anstehenden Modernisierungsmaßnahmen mobilisieren. Die Nachrüstungsverpflichtungen betreffen insbesondere: Ersatz der vor dem 1. Oktober 1978 eingebauten, nach heutigem Standard sehr ineffizienter Heizkessel; nachträgliche Dämmung ungedämmter Rohrleitungen; die Dämmung der obersten Geschoßdecken unter nicht ausbaufähigen Dachräumen, aber auch bei der Putzerneuerung und dem Austausch der Fenster oder Verglasungen sollen die Möglichkeiten einer energetischen Verbesserung ausgeschöpft werden.
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