Das Richtfest
Richtfeste gehören zu den Jahrhunderte alten Traditionen. Sie sind die Feste der Handwerker, die durch ihrer Hände Arbeit das Bauwerk erstellt haben, und sie sollten die Hauptpersonen sein, mit denen alle Anwesenden das glückliche Gelingen des Baus feiern - und das Feiern ist hier das Wichtigste.
Traditionen und Bräuche werden je nach Gegend und verändert durch die Zeit - unterschiedlich gefeiert. Wie sie gefeiert werden ist nicht so wichtig, Hauptsache der Sinn, den die Tradition vermittelt, bleibt erhalten.


Die Fertigstellung des Rohbaus, Anlass für das Richtfest, ist seit Häuser gebaut werden ein Bauabschnitt von besonderer Bedeutung. Das Richtfest wird auch Weihefest, Hebefest oder Aufschlagfest genannt.

Nach dem alten Brauch wird der Richtkranz auch Richtbaum oder Maien genannt, von den Zimmerleuten am Dachstuhl befestigt. Mit bunten Bändern oder Tüchern geschmückt, symbolisiert er den Stolz des Bauherren und der Handwerker.

Im Mittelpunkt des Richtfestes steht der Richtspruch. Schon im frühen Mittelalter finden mit der Entstehung der Zünfte die Richtsprüche Erwähnung. Sie bringen Freude am Bauwerk und Dank an die Mitwirkenden und den Bauherren zum Ausdruck, und zeigen den Stolz der Zimmerleute auf ihr Handwerk, ihr Brauchtum und ihre Kollegen.
Sein Richtspruch entspricht dem Sinn eines Gebetes, denn er bittet um den Segen Gottes für das Haus. Er beschwört das Glück für den Bau und dass alle, die ein und ausgehen geschützt werden. Auch danken die Zimmerleute dem Allmächtigen für seinen Schutz während ihrer Arbeit und dass er alle Gefahren von ihnen abgewendet hat. Oft wenden sie, um alle Anwesenden daran zu erinnern, nach Ende des Richtspruches den Blick zum Himmel.

Der Zimmermann, der den Richtspruch hält, bekommt ein Glas Sekt gereicht, dann spricht er laut und deutlich seinen Spruch. Nach dem Spruch hebt er das Glas, spricht einen Toast aus, und dann wirft er das geleerte Glas auf den Boden oder gegen eine Wand, damit es zerspringt und die Scherben Glück bringen.

Das ist der Auftakt für die Richtfeier. Oft stoßen die Anwesenden am Ende des Richtspruches ebenfalls mit einem Glas Sekt an (ohne es wegzuwerfen). Dankesworte des Bauherren sind willkommen. Auf jeden Fall lädt er die Handwerker nochmals ausdrücklich zu Essen und Trinken ein.
      
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